Erkenntnistheorie

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Erkenntnistheorie

Beitrag von FanorilAsaeh » Sa 6. Feb 2010, 21:01

Hat sich schon einmal jemand mit der Königsklasse der Philosophie beschäftigt. - und wenn ja welcher Ansicht seid ihr? Mehr strenger Empirist, mehr extremer Rationalist, oder doch ein Kant-Fan? Habt ihr Euch schon eigene Gedanken gemacht? - Wenn ja welche? Fragen über Fragen und das aus reiner Neugierde :D:D.

Freue mich auf Diskussionsstoff. :)
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Re: Erkenntnistheorie

Beitrag von Katicro » Sa 6. Feb 2010, 21:35

Ich finde ja den Rationalismus ganz nett :) Vor allem Platons Höhlengleichnis. Ein Mensch ist ein Gefangener in einer Höhle. Er sieht nur die Schatten der Wirklichkeit und hält das auch noch für die Wirklichkeit. Wir sind sozusagen doppelt Betrogene. Die wahre Natur der Dinge kann man nur dann erfassen, wenn man "aus der Höhle rausgeht" und die wirkliche Welt sieht.

Wobei, Kant finde ich hat auch Recht. Man kann die richtige Welt nicht erfassen, da man an die Vorstellungen "Ich, Raum, Zeit, Kausalität" gebunden ist. Die rosarote Brille sozusagen.

Also, ich finde so eine Mischung aus beiden ist richtig. :)
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Re: Erkenntnistheorie

Beitrag von FanorilAsaeh » Sa 6. Feb 2010, 22:02

Hm so eine Mischung aus beiden - inwiefern? ... Weil - tschuldige - aber irgend wie denk ich, dass sie sich doch sehr unterscheiden. In platons Höhlengleichnis, ist das oberste Gut, die Wahrheit - die Sonne (Religiöse mögen sagen Gott; leider verstehen viele Christen Platon auch so), welche man erblickt, wenn man die Höhle verlässt (Religiöse mögen sagen Tod; Christen mögen sagen das Paradies), während bei Kant die Wahrheit hinter den Erscheinungen - das Ding-an-sich - absolut unzugänglich ist. Also das is so meien Meinung dazu. Tschuldige ich denke ich hab dich falsch verstanden, aber so wie ichs verstanden habe, hab' ichs hier kritisiert. :)
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Re: Erkenntnistheorie

Beitrag von shadowkat » So 7. Feb 2010, 03:02

Ich werd mich mal noch nicht dazu äussern, sondern erstmal abwarten, wie sich die Diskussion hier entwickelt ^^ Wobei ich sagen muss, dass ich dann doch eher gen Realismus tendiere.
Ich studier halt Philosophie - aber ich hab nicht so viel Lust, vor meinen Prüfungen hier auch nochmal das Ganze durchzukauen - deshalb verfolg ich hier einfach mal stillschweigend ;)
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Re: Erkenntnistheorie

Beitrag von Katicro » So 7. Feb 2010, 10:03

Naja, ich denke man kann das irgendwie zusammenführen - so jeweils eine Hälfte daraus nehmen. Ich glaube an den ersten Teil von Platon, also das mit in der Höhle sitzen. Und ich glaube an den zweiten Teil von Kant, also dass man niemals die Chance haben wird "aufzustehen".
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Re: Erkenntnistheorie

Beitrag von FanorilAsaeh » So 7. Feb 2010, 11:52

Achso, ok dann hab ich dich nicht richtig verstanden - tschuldige :).
Und woa Jovanna, ich kenn nicht viele die gen Realismus tendieren ^^.

Und um dem Ganzen einen neuen Impuls zu geben. Es gibt ja noch so abgefahrene Sachen, wie zB. evolutionäre Erkenntistheorie.

Während ja zB Kant behauptet, dass dem ganzen Erkenntisprozess a priorische Prinzipien bzw. schöner gesagt Kategorien und innere Anschauungen gegeben sein müssen (als notwendige Bedingung für die Erkenntnis schlechthin), die bei jedem gleich sind, und immer gleich sein werden, stehen die evolutionären Erkenntnisphilosophen ja für so einen evolutionären Prozess ein (in Analogie zur Evolutionstheorie Darwins (und auch Watsons :) )), bei dem reele Dinge vollständig als wahr gegeben werden müssen, mit der Begründung ein Überleben sei schlechterdings ohne diese nicht möglich. Desweiteren räumt diese Theorie natürlich zwangsläufig ein, dass in der Zunkuft - durch evolutionäre Prozesse, Mutation und die daraus eventuell resultierende Selektion - weitere und andere Erkenntnis, vielleicht sogar die eine Erkenntis möglich sei. (Ich hoffe, ich hab das jetzt alles halbwegs richtig beschrieben. :) )

Ich persönlich halt da nicht allzu viel von. Es ist zwar ein kluger Gedanke, das mag sein, aber ich halte ihn für zu analog zur Natur. Ich gebe zwar zu, dass wir ein Ding der Natur sind (so würde Kant sagen ^^), dennoch halte ich das Erkennen und insbesondere das Denken, für völlig außerhalb derselben (Hanna Arendt schreibt sehr schöne und kluge Gedanken über das Denken ^^, und für das Denken ist, laut Arendt, Entsinnlichung nötig; finde ich persönlich sehr klug). Deswegen würde ich persönlich, dass niemals so analog sehen.
Aber ich verquassel mich gerade :) ... was haltet ihr eventuell davon?


EDIT:

Ich dachte mir mal gebe ich hier einen neuen Impuls: Kann man jemals Freiheit, Wahrheit und/oder Schönheit erkennen?
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Re: Erkenntnistheorie

Beitrag von Pogorausch58 » Di 2. Mär 2010, 12:41

Ich bin radikaler Konstruktivist :D habe darüber auch meine Facharbeit geschrieben unter dem Titel "Wie normal ist Normalität - Ein konstrukivistischer Versuch zur Erklärung menschlichen Verhaltens unter Einbeziehung des Labeling AApproach" oder sowas xP
Ich bin zurück :D und nicht alleine *g*

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Re: Erkenntnistheorie

Beitrag von FanorilAsaeh » Di 2. Mär 2010, 15:40

oh ok mit RK kenn ich mich nicht sonderlich gut aus - hab nur mal so halb in Glasfeld reingeschnuppert; aber nicht viel ^^ - ist mir zu nah aner Biologie.
Deswegen vielleicht erläueterst du das mal ein bisschn - weil für mich ist RK im Grunde nur die Subjektivität aller Erkenntnis und die Subjektivität alles Wissens; also alles nur ein subjektvies Konstrukt. Aber wie gesagt ich kenn mich damit nicht aus, deswegen führ das bitte mal ein bisschen aus; das klignt interessant :).
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Re: Erkenntnistheorie

Beitrag von Pogorausch58 » Di 2. Mär 2010, 16:21

FanorilAsaeh hat geschrieben:oh ok mit RK kenn ich mich nicht sonderlich gut aus - hab nur mal so halb in Glasfeld reingeschnuppert; aber nicht viel ^^ - ist mir zu nah aner Biologie.
Deswegen vielleicht erläueterst du das mal ein bisschn - weil für mich ist RK im Grunde nur die Subjektivität aller Erkenntnis und die Subjektivität alles Wissens; also alles nur ein subjektvies Konstrukt. Aber wie gesagt ich kenn mich damit nicht aus, deswegen führ das bitte mal ein bisschen aus; das klignt interessant :).

na ist sie ja auch :P

"Die Welt da draußen" fals es sie denn überhaupt geben sollte können wir gar nicht objektiv wahrnehmen. Jeder nimmt die Welt mit sienen Augen mit seinen eigenen Sinnen war und so ergibt sich ein subjektives Abbild der "Realität" in jedem einzelmnen Kopf und da wir den anderen nicht in den Kopf schauen können, ist es auch schwierig die Welten die in unseren Köpfen zu existieren zu vergleichen um eine Objektive Grundlage zu beschreiben.
Klar kann ich sagen: Die Blume dort ist rot und du sagst: Ja klar, die ist rot, finde ich auch. Aber nur weil wir das für unsre Augen nach "rot" aussehende erscheinungsbild gleich benennen, heißt es nicht, dass es für uns beide auch gleich aussieht ;)

Die Biologie zb sagt doch glaube ich dass Bienen ultraviolettes Licht sehen. Stellen wir uns also vor,m wir sehen mit den AUgen einer Biene und jemand bringt uns bei DIESE Blumne ist WEIß So sagst du. Ah ok, DAS HIER nennt man also weiß und nennst die Farbe dann auch so.

Fakt ist, dass die sogenannte realität nich objektiv festgehalten werden kann, sondern immer nur subjektiv wahrgenommen wird, ich daher können wir die objektive Welt gar nicht betrachten sondern leben jeder für sich nur alle in seiner eigenen kleinen subjektiven Welt, die wir so in unseren Köpfen zusammenstellen ;) :D


(Das ist der etwas radikalere Anastz des Konstrukivismus)


[lang lang ists her, dass ich mich mit dem Thema genau ausseinander gesetzt habe, und ich wusste kaum mehr, was genau ich damit sagen wollte, ich sei radikaler Konstruktivist, aber beim schreiben kam mir dann doch ganz shcnell wieder "die Erkenntnis" XP
Ich bin zurück :D und nicht alleine *g*

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Re: Erkenntnistheorie

Beitrag von FanorilAsaeh » Di 2. Mär 2010, 16:31

Ok das klingt wie Idealismus vermischt mit Biologie hab ich das Gefühl. Und hm naja was sagt denn der RK zu Materie als solches? Also dieses Erkenntnis: da ist etwas - kann ja ein Tisch sein; aber zumindest ist da etwas.
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