Sandmans Kurzgeschichten

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SandmanReloaded
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Sandmans Kurzgeschichten

Beitrag von SandmanReloaded » Di 13. Okt 2009, 19:38

Hey, das ist meine erste Kurzgeschichte.
Ist auch noch verbesserungswürdig, denke ich.
Wollte aber erst mal ein wenig Kritik abwarten, bevor ich noch mehr an der Geschichte ändere.

Das Alter

Ich war müde und wollte schlafen. Ich setzte mich und schaute aus dem Fenster. Erneut fragte ich mich, ob es irgendwo da draußen einen Mensch gab, der an mich dachte. Vermutlich nicht. Ich war einsam, aber es machte mir nicht viel aus – Ich kannte nichts anderes mehr.

Ich fröstelte und wollte aufstehen, um das Fenster zu schließen, aber schnell schon sank ich zurück aufs Bett. Ich war zu schwach, zu alt. Zu müde.

Ich hatte viel Zeit zum Nachdenken hier. Oft malte ich mir aus, wie mich jemand besuchen käme, nur für ein paar Minuten. In meiner Vorstellung genoss ich diese Minuten - Ein wenig Zeit mit jemandem, der mir etwas bedeutete - Dem ich etwas bedeutete. Tatsächlich aber kam niemand. Nie kam jemand… Es war nicht immer so gewesen. In den ersten Tagen kamen sie regelmäßig vorbei, manchmal nur um „Hallo“ zu sagen. Ich hatte diesen Besuchen nie viel Beachtung geschenkt, hielt sie für selbstverständlich. Nun sehnte ich mich so sehr danach.

Mir war immer noch kalt. Ich legte mich aufs Bett und zog meine Knie an.

Oft dachte ich daran, wie schade es um die ganze ungenutzte Zeit sei, die ich hatte. Die Zeit, die ich mit Warten verschenkte. Wenn doch nur jemand käme, mit dem ich meine Zeit teilen könnte. Aber es kam keiner. Ich war allein und die Zeit zog an mir vorbei, machte mich zu ihrem Gefangenen. Ich drängte danach etwas zu tun, hätte alles dafür gegeben, etwas mit meiner Zeit anfangen zu können.

Langsam schloss ich meine Augen. Meine Lider waren schwer, ich hatte nicht die Kraft sie länger oben zu halten.

Ich sehnte mich zurück nach damals, als ich noch jünger war. Es geht alles so schnell, so unheimlich schnell und mit einem Mal wünscht man sich, man hätte mehr Zeit gehabt, damals. Nun war es zu spät. Es war vorbei – Ich würde einsam bleiben. Bis zum Ende.

Ich hatte nun lange genug gewartet. Lange genug gehofft, dass vielleicht doch noch jemand kommt. Mir lange genug eingeredet, dass es nun soweit wäre - Und wenn nicht heute, dann morgen. Es würde niemand mehr kommen – Es hatte keinen Sinn mehr länger zu warten. Ich ließ los. Ich fiel – Langsam. Immer tiefer in den weißen Dunst hinein. Dachte nicht mehr länger an die vergeudete Zeit und das sinnlose Warten. Keinen einzigen Gedanken wollte ich mehr daran verschwenden. Ich ließ einfach los. Und war frei. Ich spürte wie die wenige Kraft, die ich noch hatte, aus meinem Körper wich und wie der weiße Schleier mich immer mehr umgab, mich aufnahm. Das war es also, das Ende.
Hey, wer hat meine Signatur geklaut?
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jove
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Re: Sandmans Kurzgeschichten

Beitrag von jove » So 18. Okt 2009, 10:53

Ich finds klasse.
Mich stört, dass so viele Sätze mit 'Ich' anfangen.
- aber sonst, die Geschichte ist gut, es ist gut geschrieben, versetzt in die richtige Stimmung, ist ne gute Idee. - passt.
gefällt mir.
fuck you.
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Re: Sandmans Kurzgeschichten

Beitrag von Katicro » So 18. Okt 2009, 10:58

Irgendwie muss ich dabei die ganze Zeit an "Momo" denken :O
Mir gefällt dir Geschichte ganz gut. :)
On a hot summer night
would you offer your throat
to the wolf with the
red roses?
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Re: Sandmans Kurzgeschichten

Beitrag von GeGGi » So 18. Okt 2009, 15:21

ich find die Geschichte auch toll.
Mich erinnert sie iwi an Ape Simpson, den besucht auch nie jemand (ich bemitleide ihn ab jetzt, wegen dieser Geschichte)
Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist.
Aber es wär deine Schuld wenn sie so bleibt!
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Re: Sandmans Kurzgeschichten

Beitrag von ginnyvere » So 18. Okt 2009, 21:28

Richtig guter Stimmungsaufbau, man geht irgendwie richtig mit XD
Die vielen "ich" sind meiner Meinung nach auch... öhm ... ein bisschen zu viel ^^
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